Neue Perspektiven in der Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach einem seelisch traumatisierenden Ereignis verursacht großes psychisches Leid bei Betroffenen. Demnächst könnten halluzinogene Pilze und psychoaktive Pflanzen das Behandlungsspektrum womöglich erweitern.
Unkontrollierbare Flashbacks, Alpträume, Übererregung und die daraus resultierenden Verhaltensänderungen wie Vermeidung und emotionale Isolierung bedeuten eine enorme Belastung im Alltag.
Für die Behandlung kommt bislang vor allem Psychotherapie in Kombination mit Medikamenten wie SSRI- oder SNRI-Antidepressiva zum Einsatz, doch nicht alle Patient:innen sprechen ausreichend darauf an. Insbesondere bei schwerer oder länger bestehender PTBS wird die Behandlung als nicht effektiv empfunden.
Derzeit werden zwei Ansätze näher untersucht, die ursprünglich nicht aus dem Labor, sondern aus der Natur stammen: THC aus der Cannabispflanze ist schon länger in der Erprobung und konnte nun in einer randomisiert kontrollierten, doppelt verblindeten Studie der Charité besonders gute Wirkung gegen Alpträume und damit verbundene Schlafstörungen nachweisen; Psilocybin als Bestandteil eines intensiv begleiteten psychotherapeutischen Konzepts, das aktuell in der Ohio State University in Columbus im Einsatz ist, wird für die medizinische Verwendung zwar künstlich synthetisiert, wurde aber ursprünglich aus halluzinogenen Pilzen der Gattung Psilocybe gewonnen. Die neuen Erkenntnisse wurden jeweils in Nature Medicine August 2026 bzw. Communications Medicine Juli 2026 publiziert.
Bei PTBS besteht weiterhin Bedarf an wirksamen Optionen für Menschen, die von etablierten Behandlungen nicht genügend profitieren. Beide Arbeiten tragen dazu bei und ebnen hoffentlich den Weg für weitere Studien, um Patient:innen mit tiefsitzenden Traumata in Zukunft gezielter behandeln zu können.
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