Vitamin D in der Onkologie bietet Aussicht auf weniger Hauttoxizität
Diese Publikation ist gerade in aller Munde: Neue Daten zu hochdosiertem Vitamin D machen Hoffnung auf Linderung belastender Hautnebenwirkungen der Krebstherapie.
Kutane Nebenwirkungen unter Chemo- und Strahlentherapie sind mehr als „nur“ ein Hautproblem – sie entscheiden im klinischen Alltag oft darüber, ob eine wirksame Behandlung fortgeführt oder abgebrochen wird. Erste Fallserien deuten nun darauf hin, dass hoch dosiertes Vitamin D toxische Exantheme und Radiodermatitiden abschwächen könnte.
Vitamin D is tein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, das früher im Ruf stand, wegen seiner guten Verträglichkeit nicht überdosiert werden zu können. Inzwischen gilt es als potenzieller Risikofaktor bei Fehlanwendung, die zu Hyperkalzämie und Nierenüberlastung führen kann, weshalb die Einnahme nicht mehr uneingeschränkt empfohlen wird.
In der Juli-Ausgabe 2026 der JAMA Dermatology wurde jüngst eine retrospektive Fallserie zu Vitamin D-Gabe während laufender Krebsbehandlungen veröffentlicht: Die Auswirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie auf die Haut führe häufig zu einer Aussetzung der Behandlung, doch hoch dosiertes Vitamin D könne möglicherweise als schnell wirkender Immunmodulator einspringen, so zitiert das Deutsche Ärzteblatt die Forschergruppe um Mihir Patil von der Universität Illinois in Urbana.
So besserten sich Rötungen, Ödeme und Hautschäden durch die Vitamin D-Behandlung deutlich, bei vielen Betroffenen traten die Verbesserungen innerhalb weniger Tage auf, ein Großteil konnte die Krebstherapie ohne Unterbrechung fortsetzen. Auffällige Nebenwirkungen unter der hohen Einzeldosis wurden in dieser Fallserie nicht beobachtet.
Für die onkologische Praxis könnten sich nun neue Ansatzpunkte für supportive Therapien eröffnen; für das klinische Studiendesign ergibt sich der Anspruch, erst anhand robuster Daten statt nur Fallberichten überhaupt sinnvolle Dosierungsempfehlungen ableiten zu können. Ein möglicher Therapieplan zeichnet sich aus den Ergebnissen leider noch nicht ab. Dennoch wurde eine wichtige Erkenntnis gewonnen, auf der weitere Studien aufgebaut werden können.
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