Mögliche genetische Ursache für Fibromyalgie entdeckt

Viel zu lange galt die Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung, die oft von weiteren körperlichen und psychischen Krankheitsbildern begleitet auftritt, als wenig erklärbar und vermeintlich seelisch bedingt. Betroffene wurden als faul, hypersensibel oder hypochondrisch abgetan.
Nun identifizierte eine Metaanalyse mit Daten von über 2,5 Millionen Menschen, darunter mehr als 54.000 Fibromyalgie-Betroffene, mehrere Genregionen, die das Risiko erhöhen. Die Ursache liegt somit im Nervensystem.
Eigentlich steuern viele dieser Gene die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn. Bei Fibromyalgie ist diese Schmerzverarbeitung also gestört – und die Schmerzen, die Patient:innen empfinden, bewiesen real. Diese Erkenntnis publizierten jüngst Forscher aus Toronto in der Juli-Ausgabe von Nature Medicine.
MEDIACC und ich als Studienärztin waren kürzlich an einer Studie für eine begleitende Therapie der Fibromyalgie beteiligt. Anwender:innen sollten lernen, ihr Schmerzempfinden selbstbestimmt zu verändern und dabei mehr Kontrolle über den eigenen Körper und die Schmerz-„Trigger“ zu gewinnen. Fast alle Patient:innen schlossen die Teilnahme ab, ein ungewöhnlich hoher Anteil, der unterstreicht, wie hoch der Leidensdruck ist.
Mit dem neugewonnenen Verständnis der biologischen Grundlagen werden wir künftig in der Lage sein, Therapien noch besser an der Lebensrealität der Betroffenen auszurichten. Die Patient:innen sind schon jetzt dankbar für jede Aussicht auf Besserung, und zweifellos auch dafür, mit ihrer Symptomatik endlich ernst genommen zu werden.
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