Mehr als eine schlechte Gewohnheit: Rauchen im Kontext von psychischen Erkrankungen

10.3.2026
Smoking and Depression

Rauchen schadet der körperlichen Gesundheit – darüber besteht seit Jahrzehnten Einigkeit und das ist nichts Neues. Neu ist jedoch, wie eng Tabakkonsum auch mit der psychischen Gesundheit und insbesondere mit Depression verknüpft ist.

Die Auswertungen der NAKO-Gesundheitsstudie (NAKO = Nationale Kohorte) mit knapp 174.000 Teilnehmenden zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Rauchen und depressiver Symptomatik. Aktuelle Raucher haben häufiger eine Depressionsdiagnose und höhere Werte auf Depressionsskalen als Menschen, die nie geraucht haben; Ex-Raucher liegen in vielen Analysen zwischen diesen Gruppen. Damit wird deutlich, dass Rauchen nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein relevanter psychischer Risikofaktor ist. Dies belegen auch die Daten zur Entstehung der Demenz, bei der Rauchen einer von mehreren Risikofaktoren ist.

Besonders bemerkenswert sind die Hinweise auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je früher der Einstieg ins Rauchen erfolgt und je mehr Zigaretten konsumiert werden, desto ausgeprägter fallen depressive Symptome aus. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich die psychische Situation mit zunehmender Abstinenzdauer verbessert: Je länger der Rauchstopp zurückliegt, desto geringer sind im Durchschnitt die berichteten Depressionssymptome.

Diese Ergebnisse haben weitreichende Bedeutung für Prävention und Versorgung. Sie unterstreichen, dass Tabakentwöhnung mehr ist als ein Beitrag zur Vermeidung von Krebs, Herzinfarkt oder COPD. Sie kann auch ein Baustein zur Verbesserung der psychischen Gesundheit sein – und verdient damit einen festen Platz in einem ganzheitlichen Verständnis von Public Health.

Wenn wir über Rauchen sprechen, sollten wir deshalb nicht nur an Lunge und Herz denken, sondern auch an Stimmung, Lebensqualität und psychische Stabilität.

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