Können zuckrige Getränke Krebs begünstigen?

28.8.2026
Zuckerhaltige Getränke sind beliebt, bergen aber vermeidbare Risiken.

Softdrinks sind ungesund, das weiß wohl jeder. Aber können sie etwa auch Krebs verursachen? Das sagen zwei neue Studien zu der steilen These.

Gleich mit zwei Krebsarten werden zuckerhaltige Getränke aktuell in Verbindung gebracht. Zwei voneinander unabhängige Kohortenstudien deckten mögliche Zusammenhänge auf.

Kürzlich fand eine große Auswertung prospektiver Kohortendaten, dass mit jeder täglich verzehrten zusätzlichen Zuckerdosis das Risiko für zwei Formen von Leberkrebs anstieg. Der Effekt ließ sich für Getränke mit Süßungsmitteln nicht nachweisen. Die Daten stammen aus einer Publikation in JAMA Network Open vom Juni 2026.

Eine weitere Langzeit-Kohortenstudie zeigte einen möglichen Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum zuckerhaltiger Getränke und einem erhöhten Magenkrebsrisiko. Bei mehr als einer Zuckerdosis täglich lag das beobachtete Risiko deutlich höher als bei Personen, die diese Getränke kaum zu sich nehmen. Auch dort zeigte sich der entsprechende Zusammenhang für künstlich gesüßte Getränke nicht. Publiziert wurde die Studie in Gastro Hep Advances, 2026.

Wichtig zu beachten ist, dass beide Studien nur Assoziationen zeigen, keine Kausalität. Denn Menschen unterscheiden sich in vielen Faktoren, nicht nur in ihrem Softdrink-Konsum. Auch die weitere Ernährung, Körpergewicht, Bewegung, Alkoholkonsum oder die sonstige Stoffwechselgesundheit spielen bewiesenermaßen eine große Rolle dafür, wie gesund wir sind (und bleiben).

Nicht neu ist der Zusammenhang zwischen Zucker-Drinks und Übergewicht, Adipositas, Typ-2-Diabetes und kardiologischen Erkrankungen. Daher wäre es naheliegend, die beiden Krebsarten einfach in den Reigen der Risiken mitaufzunehmen. Doch so funktioniert Wissenschaft nicht: Weder große Panik noch ein Freispruch für „Zero“-Alternativen lässt sich aus den genannten Entdeckungen ableiten.

Regelmäßiger und hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke ist und bleibt ein Risikofaktor, der vermeidbar ist. Und was man trinkt, hängt im Wesentlichen von Gewohnheit ab, die sich ändern lässt. Fazit für die Pragmatiker unter uns: Es ist nie zu spät, auf Wasser umzusteigen. Ein Gesundheitsrisiko weniger.

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