Rauchen bei koronarer Herzkrankheit: Motiviert, aber auf sich allein gestellt – warum Ärzte mehr über digitale Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung wissen müssen

Rauchen ist nach wie vor einer der stärksten veränderbaren Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit (KHK) – doch eine aktuelle Analyse von mehr als 11.000 KHK-Patienten zeichnet ein ernüchterndes Bild.
- Etwa jeder Vierte, der an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) leidet, raucht weiterhin.
- Raucher mit KHK weisen eine stärkere Nikotinabhängigkeit auf, sind aber gleichzeitig motivierter, mit dem Rauchen aufzuhören, und berichten von mehr Entwöhnungsversuchen als Raucher ohne KHK.
- Dennoch bleibt eine langfristige Abstinenz die Ausnahme – nicht in erster Linie aufgrund mangelnder Bereitschaft, sondern weil strukturierte Unterstützung bei der Raucherentwöhnung in der routinemäßigen kardiovaskulären Versorgung nach wie vor zu wenig genutzt wird.
Und sie wissen, dass sie, wenn sie weiterrauchen, wieder bei mir als Ärztin landen, zurück auf den Herzkathetertisch kommen – oder sterben!
Genau hier können digitale Lösungen den entscheidenden Unterschied ausmachen. Eine hochwertige App zur Raucherentwöhnung kann:
- den „lehrreichen Moment“ nach einer Diagnose oder einem akuten Ereignis nutzen,
- über kurze persönliche Begegnungen hinaus kontinuierliche Unterstützung im Alltag bieten,
- Risikosituationen und frühe Anzeichen eines Rückfalls erkennen und darauf reagieren,
- Verhaltenstherapeutische Techniken mit der in Leitlinien empfohlenen medikamentösen Therapie kombinieren und
- Ärzte dabei unterstützen, die evidenzbasierte Versorgung auszuweiten, ohne den Zeitaufwand in der Praxis zu erhöhen.
Für Menschen mit KHK kann dies bessere Chancen auf das Erreichen und Aufrechterhalten der Abstinenz bedeuten – und damit eine deutlich verbesserte Prognose. Für Gesundheitssysteme und Leistungserbringer bietet dies die Möglichkeit, eine strukturierte, skalierbare und qualitätsgesicherte Raucherentwöhnungsunterstützung in etablierte Versorgungspfade für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu integrieren.
Ich bin gespannt: Wann wird die evidenzbasierte Therapie in die Versorgungspfade für KHK integriert – und wie lange müssen wir heute noch auf digitale Hilfsmittel warten?
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