Kosten runter im Gesundheitssystem? Ja. Aber bitte dort, wo es wirklich weh tut.

20.4.2026
Wo wären die Gelder sinnvoller angelegt?

Wir haben kein Einnahmenproblem allein. Wir haben auch ein Effizienzproblem. Eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit ist auch gleichzeitig eines der ineffizientesten.

Wer ernsthaft über Kostenreduktion spricht, sollte zuerst auf die größten Unsinnstreiber schauen:

  • Homöopathie: viel Geld, kein belastbarer medizinischer Nutzen.
  • Doppelte Untersuchungen: weil Befunde fehlen, Systeme nicht miteinander sprechen, Prozesse aus einer anderen Zeit kommen oder Versorgung unnötig zersplittert ist.
  • Strukturen, die Bürokratie belohnen statt effiziente Versorgung
  • teure Maßnahmen, die zwar angenehm sind, deren Nutzen aber nicht belegt sind, wie z. B. einzelne langandauernde Rehamaßnahmen
  • fehlende Anreize der eigenen Gesundheitsvorsorge (z. B. Rauchen, Stress, Gewichtszunahmen, übermäßiger Zuckerkonsum).

Und ja: Nicht alles, was neu ist, ist automatisch teuer oder falsch. DiGA gehören ausdrücklich nicht in dieselbe Schublade. In den letzten 5 Jahren wurden von dieser innovativen Therapieform 1,6 Mio DiGA verschrieben. Sie wachsen, sind teils gut untersucht und können Versorgung sinnvoll verbessern — wenn Evidenz und Preis zusammenpassen.

Die eigentliche Frage lautet also nicht: Wo kürzen wir blind? Sondern: Was finanzieren wir weiter, wenn Nutzen fehlt? Was ist uns unsere evidenzbasierte Gesundheit wert?

Evidenz statt Esoterik. Effizienz statt Doppelstrukturen. Das wäre ein Anfang.

Was denken Sie dazu?

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