Frage nach Nutzung von generativer KI (Chatbots) als zwingendem Teil der ärztlichen Anamnese?

17.2.2026

Inzwischen sind qualitative hochwertige internationale Studien publiziert, die klar zeigen: Digitale Begleiter wie Sprachbots haben reale Folgen. Sie verändern die Psyche und soziale Beziehungen.

Allerdings sind die Zusammenhänge zwischen Sprachbots und menschlicher psychischer Gesundheit komplex – und eher bidirektional als kausal in eine Richtung. Menschen mit psychischen Belastungen nutzen Sprachbots häufiger, gleichzeitig gibt es Hinweise auf Risiken wie Einsamkeit, Abhängigkeit und soziale Deprivation in Folge der Nutzung.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Nutzung von KI‑Chatbots für emotionale Themen wie Traurigkeit, Angst oder Wut deutlich angestiegen und menschliche Freundschaften und die Beziehung zu den Eltern reduziert. Besonders häufig greifen diejenigen darauf zurück, die bereits psychische Beschwerden haben – damit ist die Nutzung auch Folge der bestehenden Belastung. Berichte wurden leider auch schon erste Todesfälle, die auf die "digitalen Freunde" zurückgeführt werden. Insbesondere scheint die Nutzung der Sprachbots freundschaftliche, familiäre oder auch professionelle Hilfe teilweise hinauszuzögern, da die aktuelle Programmierung hierfür noch nicht vorhanden ist.

Auch Erwachsene mit Depressions‑ oder Einsamkeitssymptomen wenden sich überdurchschnittlich an „companion chatbots“. Hohe, emotional aufgeladene Nutzung korreliert mit stärkerer Einsamkeit und weniger realen Kontakten, während therapeutisch eingebettete, CBT‑basierte Bots in Studien Symptome moderat reduzieren können. Kritisch wird es vor allem dort, wo Chatbots menschliche Beziehungen nicht ergänzen, sondern zunehmend ersetzen.

Für uns im Gesundheits‑ und Medizinproduktebereich bedeutet das: klare Positionierung (kein Ersatz für Therapie oder soziale Beziehungen, insbesondere bei Jugendlichen), konsequentes Safety‑by‑Design (Notfallpfade, Begrenzung emotionaler Bindung, Transparenz) und gezielte Langzeitstudien zu Depression, Angst, Einsamkeit und sozialer Teilhabe über verschiedene Altersgruppen hinweg.

Was denken Sie, bedeuten diese Daten und was können wir tun, um das beste aus dieser Technologie herauszuholen?

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